Businessplan erstellen: Ein Leitfaden für Gründer

Dokument mit Wachstumskurve als Symbol für den Businessplan

Ein Businessplan ist mehr als ein Pflichtdokument für die Bank – er hilft, die eigene Geschäftsidee zu schärfen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Wer diesen Schritt ernst nimmt, startet mit einem klaren Bild davon, wie das Unternehmen in drei Jahren aussehen soll.

Wofür braucht man einen Businessplan?

Banken verlangen einen Businessplan, bevor sie einen Kredit vergeben. Förderprogramme – etwa der Freistaat Sachsen über die SAB oder der Bund über KfW – setzen ihn ebenfalls voraus. Aber auch ohne externe Finanzierung lohnt sich die Arbeit: Wer seine Zahlen durchgerechnet und seinen Markt analysiert hat, trifft im Alltag bessere Entscheidungen.

Aufbau: Was in jeden Businessplan gehört

Ein klassischer Businessplan enthält folgende Abschnitte:

Die Finanzplanung: Der schwierigste Teil

Die Zahlen sind der Kern jedes Businessplans und zugleich der Teil, der die meisten Gründerinnen und Gründer überfordert. Wichtig ist eine realistische Umsatzerwartung – nicht das beste mögliche Szenario, sondern ein wahrscheinliches. Banken prüfen, ob die angenommenen Preise und Mengen plausibel sind.

Grundlage ist ein Kostenplan, der alle regelmäßigen Ausgaben auflistet: Miete, Software-Abonnements, Versicherungen, mögliche Personalkosten, Fahrtkosten und der eigene Unternehmerlohn. Daraus ergibt sich der Mindest-Umsatz, den das Unternehmen monatlich erzielen muss, um kostendeckend zu arbeiten.

Für die Liquiditätsplanung gilt: Nicht jeder Umsatz ist sofort Geld auf dem Konto. Wer B2B-Rechnungen stellt, wartet oft 30 bis 60 Tage auf die Bezahlung. Diese Zeitverzögerung muss in der Planung berücksichtigt werden.

Hilfsmittel und Vorlagen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stellt über das Portal existenzgruender.de kostenlose Businessplan-Vorlagen bereit. Die IHK zu Leipzig bietet ergänzend Workshops an, in denen Gründerinnen und Gründer ihre Pläne vorstellen und Feedback erhalten können.

Wer sich unsicher bei der Finanzplanung ist, kann einen Gründungsberater hinzuziehen. Die Kosten für zertifizierte Berater lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen über das Bundesprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows" bezuschussen.

Typische Fehler beim Businessplan

Der häufigste Fehler ist übertriebener Optimismus bei den Umsatzzahlen. Wer mit einem Marktanteil von 20 Prozent im ersten Jahr rechnet, verliert schnell die Glaubwürdigkeit. Realistischer ist es, mit einem kleinen, klar definierten Kundensegment zu starten und dieses konsequent anzusprechen.

Ein weiterer Fehler: Die Kosten werden systematisch unterschätzt. Versicherungen, Buchhaltungskosten, Steuerberatergebühren und mögliche Nachzahlungen beim Finanzamt tauchen in vielen Plänen gar nicht auf.

Schließlich: Ein Businessplan ist kein starres Dokument. Er sollte regelmäßig überprüft und an die tatsächliche Entwicklung angepasst werden – mindestens einmal jährlich.